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Robert M. Weiß: „Wortgedanken und musikalische Realitäten. Josef Matthias Hauer und Ferdinand Ebner im Wechselspiel ihrer Grundlagenforschungen“

Ernst Pavelka | | 27.11.09

„[Die] musikalische Sinnlichkeit ist in ihrer ‘Erdentbundenheit’ und ‘Weltentrücktheit’ ganz und gar ‘innere’ Sinnlichkeit – man achtet viel zu wenig darauf, worauf eben Josef Hauer nachdrücklichst hinweist, daß die wahre musikalische Phantasie niemals durch irgend ein Moment des Welt- und Naturerlebens, auch nicht durch den natürlichen, in der ‘Obertonreihe’ bedingten Klangcharakter der verschiedenen Musikinstrumente von außen befruchtet wird, sondern alles, auch die ‘Klangfarbe’, schöpferisch in sich selbst vorfindet; die musikalische Sinnlichkeit ist sozusagen die ‘reine Sinnlichkeit’ an und für sich in ihrer Geistigkeit [...].“

(Ferdinand Ebner: Das Wort und die geistigen Realitäten. Pneumatologische Fragmente, Fragment 6)

Der Todestag des Zwölftonkomponisten Josef Matthias Hauer hat sich heuer zum 50. Mal gejährt. Aufgrund der engen Beziehung, welche zwischen Ferdinand Ebner und Josef Matthias Hauer bis 1920 bestanden hat, trägt die Internationale Ferdinand-Ebner-Gesellschaft diesem Ereignis auch in ihrer Vortragsreihe Rechnung. Sie lädt alle ihre Mitglieder, aber auch alle am Denken Ferdinand Ebners und der Musik Josef Matthias Hauers Interessierten zu einem Vortrag des Wiener Neutädter Musikers Robert Michael Weiß ein:

Robert Michael Weiß wird über Einflüsse, Parallelen und Gegensätze zwischen dem Denker Ferdinand Ebner und dem Musiker Josef Matthias Hauer sprechen. Als Grundlage dafür wird er gemeinsam mit dem Auditorium ein Hauer’sches Zwölftonspiel zusammenstellen.

Die Veranstaltung findet statt am 4. Dezember 2009, um 19:30 Uhr im Haus der Begegnung der Diözese Innsbruck.

„Seit der Schulzeit an der Wiener Neustädter Lehrerbildungsanstalt war Hauer mit Ferdinand Ebner befreundet. In musiktheoretischen Fragen arbeitete er bis 1920 eng mit Ebner zusammen, und seine Programmschrift Vom Wesen des Musikalischen (1920) – später Lehrbuch der Zwölftöne‑Musik (1923) – wurde, wie er in einer Anmerkung schreibt, ‘stellenweise gemeinsam mit Ferdinand Ebner verfaßt’. Ein weiteres Resultat dieser Zusammenarbeit und zugleich ihr Endpunkt ist der Aufsatz Ebners Josef Hauers Apokalyptische Phantasie, 1919 abgefasst, in dem Ebner das gleichnamige Stück (später: Nomos I) musikphilosophisch interpretiert. Ebner war es auch, der seinem Freund in dieser Periode Liedtexte zum Komponieren vorschlug, wie etwa im Fall der Hölderlingesänge. Ende 1920 kam es aus persönlichen und weltanschaulichen Gründen zum Bruch der Freundschaft mit Ebner. Ebner warf Hauer vor, mit dem Opus 19 und dessen Zwölftonstruktur das Ende der Musik vorzubereiten, Hauer konnte u.a. nicht akzeptieren, dass Ebner in WgR das Wort zum einzigen Medium der geistigen Beziehungen zwischen dem ‘Ich’ und dem ‘Du’ bestimmte.“
(Richard Hörmann in der Neuausgabe von Ferdinand Ebners Hauptwerk „Das Wort und die geistigen Realitäten. Pneumatologische Fragmente“)

Zum Verhältnis zwischen Ferdinand Ebner und Josef Matthias Hauer siehe auch den Vortrag, den Dieter Bogner beim Ferdinand-Ebner-Symposium 2007 in Gablitz im Wienerwald gehalten hat.

Robert Michael Weiß ist Musiker und Komponist.
Geboren 1956 in Wien, studierte Cembalo und Josef Matthias Hauers Zwölftonspiel beim Hauer-Schüler Victor Sokolowski, Jazz-Klavier (bei Fritz Pauer) am Wiener Konservatorium, Klavier und Musikpädagogik an der Wiener Musikhochschule. 1978 Jazz-Festival Middelheim im Duo mit dem Vibraphonisten Woody Schabata. 1983 Redaktion der Ausstellung zum 100. Geburtstag von J.M. Hauer. Ab 1984 Pianist in Franz Koglmanns Pipetett. Entwicklung des Konzeptes und Programmierung der musikalischen Algorithmen für die interaktive tanz-musik-computer-performance “environment H.A.U.E.R.” auf der Basis von Josef Matthias Hauers Zwölftonspiel. 2002 Gründung des Duos zweiacht mit der Tänzerin Doris M. Reisinger. Auslandsauftritte in Deutschland, Schweiz, Italien, USA, etc. Div. Schallplatten-, CD-, Rundfunk und Filmproduktionen.

Bei dem Vortrag handelt es sich um die fünfte von insgesamt zehn Veranstaltungen, welche die Internationale Ferdinand-Ebner-Gesellschaft gemeinsam mit dem Haus der Begegnung der Dözese Innsbruck organisiert.

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