Vom ethischen Idealismus zum kritischen Sprachdenken – Ferdinand Ebners Erneuerung des Seinsverständnisses lautet der Titel jenes Buches, welches Jaroslaw Jagiełło 1997 im Don-Bosco-Verlag über Ferdinand Ebner veröffentlicht hat. Es handelt sich dabei um die bislang einzige systematische Gesamtdarstellung der Philosophie des Gablitzer Philosophen sowie um die einzige fachphilosophische Aufarbeitung seiner Frühphilosophie, wie er sie in dem 1913/14 entstandenen, aber unveröffentlicht gebliebenen Werk „Ethik und Leben” niedergelegt hat. Unter schwierigen Bedingungen haben wir Jaroslaw Jagiełło kontaktiert, um ihn zu bitten, am 26.6.2009, um 19:30 Uhr im Haus der Begegnung in Innsbruck über die Bedeutung von Gedanken von Ferdinand Ebner für die Deutung des „Secular Age” zu sprechen.

Jaroslaw_Jagiełło-Logos_und_Glaube_im_secular_age

Wie steht es mit dem Verhältnis von Logos und Glaube? Was bedeutet die enigmatische Bestimmung „secular age“? Und nun die entscheidende Frage: Was hat mit dem „säkularisierten Zeitalter“ der 1931 verstorbene österreichische Philosoph Ferdinand Ebner zu tun, von dem Bernhard Casper in seiner Einführung in die polnische Ausgabe des Werkes „Das Wort und die geistigen Realitäten. Pneumatologische Fragmente” symptomatisch geschrieben hat: „Ebner gehört mit dem, was er zu sagen hat, ganz ohne Zweifel zu jenen, die weiter über das 20. Jahrhundert hinaus Bedeutung behalten werden, ja deren ganze Aktualität vielleicht überhaupt erst in unserer künftigen auf Gedeih und Verderb menschheitlich-globalen Geschichte ans Tageslicht kommt”? (Jaroslaw Jagiełło)

Dies sind die Fragen, welchen der polnische Philosoph Jaroslaw Jagiełło in seinem Vortrag nachspüren möchte. Er wird dies anhand folgender Themenschwerpunkte unternehmen:

1) Der Begriff des „säkularisierten Zeitalters“.
2) Der kulturelle Umbruch der 60er-Jahre des XX. Jahrhunderts als Zeichen der Krise der traditionellen Weltanschauung.
3) Das Sprachdenken Ebners als Beispiel einer intensiven Suche nach einem festen Bezugspunkt in der Frage nach dem Sinn des menschlichen Lebens.
4) Die Philosophie des Wortes als ein Schlüssel zur Erneuerung der christlichen Welt.

Jaroslaw Jagiełło lehrt und forscht an der an der Philosophischen Fakultät der Päpstlichen Theologischen Akademie in Krakau (Polen).

1958 geb. in Kielce.
1976-1984 Studium der Philosophie und der Theologie in Krakau und in Kielce.
1984 Priesterweihe.
1984-1990 Kaplan in zwei Gemeinden der Diözese Kielce (Polen).
1990-1992 Sprachkurs an der Katholischen Universität Eichstätt (Deutschland)
1992-1996 Promotion an Hochschule für Philosophie München, Philosophische Fakultät SJ.
1996-1997 Aushilfepriester in der Erzdiözese München.
1998-2000 Dozent an Philosophischen Fakultät der Päpstlichen Theologischen Akademie in Krakau.
2001 Professor-Adiunktus an dieser Akademie und in ihrer Filiale in Kielce; seit dem 19.06.2009 – an der Johannes-Paul-II.-Universität in Krakau (Philosophische Fakultät).
2006 Ordentliches Mitglied des Tischner-Institutes (Instytut Myśli Józefa Tischnera)
2001 Mitveranstalter und Veranstalter der Internationalen Colloquia Tischneriana und der Tischnertage in Krakau.

Beim Vortrag von Jaroslaw Jagiełło handelt es sich um den vierten von insgesamt zehn Vorträgen, welche die Internationale Ferdinand-Ebner-Gesellschaft gemeinsam mit dem Haus der Begegnung der Diözese Innsbruck veranstaltet.

Der nächste im Haus der Begegnung stattfindende Vortrag wird vom Quantenphysiker Walter Thirring bestritten werden:

Hingewiesen sei auch auf das von der Internationalen Ferdinand-Ebner-Gesellschaft gemeinsam mit dem Philosophieinstitut der Universität Trient veranstaltete Vertiefungssymposium zu Ferdinand Ebner. Dieses wird am 19. und 20. November 2009 an der Philosophisch-theologischen Hochschule in Brixen(Südtirol) stattfinden.

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